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Bundesamt für Naturschutz

Windtestfeld (NatForWinsent)

Das Windenergieforschungscluster Süd hat auf der Schwäbischen Alb das erste Windenergietestfeld WINSENT errichtet und mit zwei Anlagen 2023 in Betrieb genommen. Hier werden im Auftrag des BfN mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Naturschutzbegleitforschung verschiedene Feldstudien durchgeführt, um neue Kenntnisse über Vögel, Fledermäuse und Insekten im Zusammenhang mit dem Betrieb von Windenergieanlagen zu gewinnen. Dabei werden innovative technische Erfassungsmethoden angewandt und weiterentwickelt.
Drohnenaufnahme mit Blick auf zwei Windenergieanlagen samt Messmasten in der Agrarlandschaft
Windenergietestfeld mit zwei errichteten Windenergieanlagen und je zwei Messmasten in der Agrarlandschaft in Baden-Württemberg

Mit den erhobenen Daten sollen Auswirkungen von Windenergieanlagen bewertet sowie zielführende Vermeidungsmaßnahmen beschrieben werden. Grundlage ist ein Vorher-Nachher-Konzept, welches für die Naturschutzforschung am Windtestfeld (NatForWINSENT I) erarbeitet wurde. Aufbauend auf diesem Konzept wurde in NatForWINSENT II (Phase 1) bereits vor Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen - mit den ersten Freilanduntersuchungen begonnen. Hierzu wurden Windmessmasten errichtet. Diese dienen neben der Erfassung von Wetterdaten auch zur Montage diverser technischen Erfassungsgeräte. Durchgeführt wurden weiterhin sensorgestützte Erfassungen insbesondere von Vögeln - per Telemetrie, Radar, Laser Range Finder (LRF) - und Fledermäusen - per Akustik/Mikrofon und Wärmebildtechnik (BfN-Schrift 649).

Nach Inbetriebnahme der Forschungswindenergieanlagen wurden in NatForWINSENT II – Phase 2 die Arbeiten zur Ermittlung der Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel, Fledermäuse und Insekten fortgeführt. Die Ergebnisse sind in der BfN-Schrift 765 zusammengestellt. Die Erfassungen zeigen Hinweise darauf, dass bei der Artengruppe der Singvögel die mittlere Flugaktivität vor allem tagsüber von der Präsenz und Drehung der Rotoren beeinflusst wird. Ähnliche Hinweise gibt es für die Zugrichtung am Tag und die nächtliche Artenzusammensetzung der Singvögel.

Die Artengruppe der Fledermäuse wurde mit akustischen Sensoren und Wärmebildkameras erfasst. Hierbei zeigten Zwergfledermäuse kaum Veränderungen während Rauhautfledermäuse und Nyctaloid-Arten häufiger in Turmnähe aktiv waren. Ebenfalls erfasst wurde die Insektenabundanz, die Zusammenhänge mit der Fledermausaktivität und meteorologischen Parametern zeigte.

Für Rotmilane als Vertreter der Greife zeigten sich erste Hinweise eines veränderten Flugverhaltens – sowohl Flughöhe als auch Abstand zur Anlage wurden, insbesondere bei höheren Windgeschwindigkeiten größer. Weitere Untersuchungen, Datenerfassungen und Experimente mit den Forschungsanlagen sollen helfen, die Effekte des Betriebs von Windenergieanlagen genauer zu bewerten. Die Ergebnisse können dazu beitragen, Schutzmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen zu optimieren und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen beim zukünftigen Windenergieausbau zu entwickeln. 

weiterführender Inhalt

Ausgewählte Publikationen

BfN-Schriften 649 - Umsetzung der Naturschutzforschung am Windtestfeld an Land. NatForWINSENT II: Phase 1 – Vorher-Untersuchungen

Frank Musiol, Jan Anger, Herbert Stark, Janine Aschwanden, Felix Liechti, Bruntje Lüdtke, Johanna Hurst, Horst Schauer- Weisshahn, Klaus Hochradel, Christof Happ, Hendrik Reers, Sarah Radford, Johanna Grimm, Wolfgang Lissak und Thomas Klingseis
BfN-Schriften
2023
Im baden-württembergischen Landkreis Göppingen entsteht auf der Gemarkung Geislingen-Stötten mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft... mehr lesen

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Projektsteckbriefe

NatForWINSENT III

Die Naturschutzforschung am süddeutschen Windenergietestfeld (NatForWINSENT) verfolgt das Ziel, wirksame innovative Vermeidungsmaßnahmen für... mehr lesen

Kontakt im BfN

Jens Ponitka
0341 30977-169
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