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Landschaft, Naturschutz, Biologische Vielfalt, Landschaftsplanung

Zwei Drittel der Deutschen Landschaftsbilder in nur einer Generation tiefgreifend verändert

  • Gemeinsame PM vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und Bundesamt für Naturschutz (BfN)
  • Auswirkungen sind Artenrückgang
  • Landschaftsplanung muss Wünsche der Bürger stärker berücksichtigen
  • BBSR und BfN geben Broschüre zum Landschaftswandel und Transformationsdruck 2030 heraus

Frankfurt/Bonn, 22.10.2014: Der Veränderungsdruck auf die deutschen Landschaften ist so groß, dass sich zwei Drittel der Landschaften innerhalb von nur einer Generation in ihren Grundzügen verändern werden. Der größte Veränderungsdruck ist dabei in den acker- und grünlanddominierten Offenlandschaften des Tieflandes sowie in den halboffenen Landschaften der Mittelgebirge zu erwarten. Der Anteil an Kulturlandschaften, die technisch überprägt sind, d.h. durch Siedlungs- und Verkehrsflächen und durch technische Elemente wie Windräder oder Leitungsmasten dominiert werden, wird sich in kurzer Zeit fast verdoppeln. "Diese Veränderungen unserer Landschaften haben vielfältige Auswirkungen. Sie beeinflussen direkt oder indirekt die Lebensräume von Pflanzen- und Tieren, mit den Konsequenzen von Artenrückgang oder Artenverschiebungen. Die Vielfalt der Landschaften ist das Gesicht Deutschlands. Die Menschen identifizieren sich im ländlichen Raum in hohem Maße mit 'ihren' Landschaften und stehen vielen Veränderungen sehr skeptisch gegenüber. Das enorme Tempo des Wandels macht auch den hohen Handlungsbedarf für eine landschaftsverträgliche Gestaltung und räumliche Planung deutlich. Dabei geht es uns nicht um das Planen im 'stillen Kämmerlein' und das Vorlegen fertiger Planwerke und Karten. Vielmehr müssen wir vorausschauend steuern und lenken und vor allem kommunizieren," sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel heute bei der Abschlusstagung des Forschungsvorhabens "Den Landschaftswandel gestalten" in Frankfurt.

"Wir müssen die Entwicklungen im Sinne von Grundsätzen der Raumordnung steuern. Dabei brauchen wir eine Kultur der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Das Forschungsvorhaben konnte zahlreiche positive Erfahrungen gewinnen, wie das bei der Berücksichtigung landschaftlicher Belange gelingen kann", ergänzte Prof. Harald Hermann, Direktor des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens, das vom Institut für Landschaftsarchitektur der TU Dresden bearbeitet wurde, sind der Broschüre "Den Landschaftswandel gestalten!" enthalten. "Sie zeigt, wie Kulturlandschaften verändert werden und welche Trends für welche Regionen kennzeichnend sind", sagte Prof. Catrin Schmidt von der TU Dresden.

Bezug:
Die Broschüre kann kostenfrei bestellt werden bei: gabriele.bohm@bbr.bund.de
oder jens.schiller@bfn.de

 

Hintergrund
So, wie das Gesicht eines Menschen mehr ist als eine Maske, ist die Landschaft mehr als die Summe aus Topographie, Gewässer, Vegetation und Siedlungen. Menschen nehmen Landschaften wahr und erleben sie - manchmal bewusst und oft unbewusst, in ländlichen sowie städtischen Gebieten, auf der gesamten Fläche. Landschaften sind wichtig als Identitäts- und Heimaträume für uns Menschen, als Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie für die Regeneration und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der natürlichen Ressourcen. Deshalb sind gute Kenntnisse über die charakteristischen Struktur- und Funktionsmerkmale repräsentativer Landschaften in Deutschland und Verständnis für grundlegende Beziehungen sowie Prozesse in Ökosystemen und landschaftsökologische Zusammenhänge wichtig. Wenn sich die Umweltfaktoren und die abiotischen Komponenten in den Lebensräumen der Landschaften ändern, gibt es Veränderungen im ganzen Ökosystem.

Die schonende Entwicklung von Natur und Landschaft und, wo nötig, auch ihr Schutz, leisten einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität, die Erholung und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.


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Letzte Änderung: 22.10.2014

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