Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutzgroßprojekte


Gewässerrandstreifen

Ziele des seit 1979 bestehenden Förderprogramms „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ sind der Schutz und die langfristige Sicherung national bedeutsamer und repräsentativer Naturräume mit gesamtstaatlicher Bedeutung. Deutschland leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unseres nationalen Naturerbes und zur Erfüllung supranationaler Naturschutzverpflichtungen. Über „chance.natur“ können nur Gebiete gefördert werden, die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für den betreffenden Lebensraumtyp in Deutschland besonders charakteristisch und repräsentativ sind. Das Förderprogramm soll zum dauerhaften Erhalt von Naturlandschaften sowie zur Sicherung und Entwicklung von Kulturlandschaften mit herausragenden Lebensräumen zu schützender Tier- und Pflanzenarten beitragen.

Seit 1979 wurden in Deutschland insgesamt 76 Naturschutzgroßprojekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 3.500 Quadratkilometern in die Förderung aufgenommen. Das Programm wurde im Verlauf seines Bestehens kontinuierlich fachlich weiterentwickelt und auch an die sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst.

1989 wurde der Förderbereich durch das Gewässerrandstreifenprogramm erweitert. Dieses Programm hat zum Ziel, durch die Ausweisung von mindestens zehn Meter breiten Gewässerrandstreifen zur Verbesserung der ökologischen Qualität der Fließgewässer beizutragen. Außerdem soll die Eigendynamik von Gewässern gefördert und auf diese Weise ein Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet werden. Das Gewässerrandstreifenprogramm ist 2008 bei der Umbenennung des Fördertitels in „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ im Gesamtprogramm aufgegangen.


Kriterien und Zielsetzung

Wollgras am Gewässerrand

Die Auswahl der  Naturschutzgroßprojekte erfolgt anhand der Kriterien „Repräsentanz“, „Großflächigkeit“, „Naturnähe“, „Gefährdung“ und „Beispielhaftigkeit“. Naturschutzgroßprojekte unterscheiden sich von anderen Naturschutzvorhaben insbesondere durch ihre Großflächigkeit und Komplexität. Ziel ist es, ein möglichst großflächiges Areal als Ganzes zu erhalten: einerseits, um besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten genügend Lebensraum zu sichern. Andererseits trägt die Großflächigkeit auch dazu bei, negative Außeneinflüsse so weit wie möglich aus dem Kernbereich des Vorhabens fernzuhalten.

Erklärtes Ziel des Förderprogramms ist es, die Kerngebiete der Projektflächen bis zum Ende der jeweiligen Projektlaufzeit als Naturschutzgebiete (NSG) zu sichern, um ihnen einen rechtlich verbindlichen Schutzstatus zu verleihen. Mehr als 1.000 km² der Kerngebietsflächen sind bisher als NSG ausgewiesen. Dies entspricht einem Anteil von 0,3% der Bundesfläche. Neben der überwiegenden Sicherung der Kerngebiete als NSG können in Abstimmung mit dem BfN alternative Instrumente zur langfristigen Absicherung der Naturschutzziele eingesetzt werden, sofern sie qualitativ gleichwertig sind.


Förderumfang/-dauer

Die Förderung erfolgt stets anteilig, wobei der Bund maximal 75% der Gesamtkosten trägt. Die restlichen 25% teilen sich das jeweils beteiligte Land und der Projektträger. Träger der Projekte sind meist Landkreise, Städte, Gemeinden, Naturschutzorganisationen oder Zweckverbände. Die Antragsteller müssen naturschutzfachlich qualifiziert sowie wirtschaftlich und personell in der Lage sein, das Projekt erfolgreich durchzuführen und die daraus resultierenden Folgemaßnahmen und -kosten ggf. mit Unterstützung der jeweiligen Länder verbindlich und dauerhaft zu gewährleisten.

Naturschutzgroßprojekte werden zweiphasig mit einer maximal dreijährigen Planungs- und einer Umsetzungsphase (nach einvernehmlicher Verabschiedung des Pflege- und Entwicklungsplans durch Projektträger, Land und BfN) durchgeführt. Die gesamte Laufzeit kann grundsätzlich bis zu zwölf Jahre betragen.

In der ersten Projektphase wird ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) erstellt, der auf einer eingehenden Analyse des Planungsraums aufbaut. Zentrale Aufgabe ist es, Machbarkeit und Erfolgsaussichten der für die Erreichung der Projektziele als erforderlich identifizierten Maßnahmen realistisch einzuschätzen und fachlich abzusichern, ggf. unter Einsatz einer externen Moderation. Neben einer ökologischen Bestandsaufnahme werden auch sozioökonomische Daten erhoben. Sie sollen Aufschluss geben über die relevanten Akteure, ihre Interessen, die Akzeptanzsituation, das Konfliktpotenzial und die realistischen Lösungsmöglichkeiten. Nach Fertigstellung des PEPL beginnt mit der zweiten Bewilligungsphase die konkrete Umsetzung der Maßnahmen mit dem Ziel, die Gebiete auf naturschutzfachlich hohem Niveau zu entwickeln und zu sichern. Begleitende Evaluierungen dienen der Abschätzung, ob die Maßnahmen erfolgreich sind bzw. waren.

Fördermittel werden für die Pflege- und Entwicklungsplanung (inkl. sozio-ökonomischer Analyse und - sofern erforderlich - Moderation) und - in Phase 2 - zum Ankauf von Grundstücken (auch: langfristige Pacht und Ausgleichszahlungen), die Durchführung biotopeinrichtender und -lenkender Maßnahmen, projektbegleitende Informationsmaßnahmen und Evaluierungen sowie für Personal- und Sachkosten bereit gestellt. 

Zentraler Grundgedanke des Förderprogramms „chance.natur“ ist, dass der Projektträger gemeinsam mit dem Land auch nach Abschluss des Vorhabens weiterhin verantwortlich ist für die Betreuung der Flächen und für die Sicherstellung der Zielerreichung.



Projektskizzen und daraus resultierende, vorabgestimmte Anträge sind dem BfN über das für Naturschutz zuständige Landesministerium in dreifacher Ausfertigung auf dem Postweg und möglichst parallel per E-Mail  Foerderung@bfn.de an folgende Anschrift zuzusenden:

Bundesamt für Naturschutz
Referat "Planung, Koordination, Qualitätssicherung, Geschäftsstelle MAB"
Konstantinstr. 110
53179 Bonn

Fragen?

Hier finden Sie  häufig gestellte Fragen.

Für den Fall, dass wir nicht alle Ihre Fragen beantwortet haben, können Sie unter den Rufnummern 0228-8491-1010 (Herr Dr. Schäfer) oder -1015 (Frau Dr. Reiter) oder über  E-Mail weitere Informationen erhalten.


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chance.natur Naturschutzgroßprojekte in Deutschland

Titelblatt der Broschüre

50 Seiten

Bezugsquelle
 presse@bfn.de