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Naturschutzprojekt Ahr 2000 feiert erfolgreichen Abschluss

Bonn/Blankenheim, 21.05.2004: Den erfolgreichen Abschluss des vom Bund finanziell geförderten Naturschutzgroßprojektes "Ahr 2000" feiert der Kreis Euskirchen als verantwortlicher Projektträger am 23. Mai 2004 auf dem Vellerhof bei Blankenheim mit einer Festveranstaltung und einem Naturerlebnisfest. "Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland. Es ist aber auch ein Beispiel dafür, dass Naturschutz nur dann erfolgreich ist, wenn ihn die Menschen vor Ort tragen. Hierfür danke ich allen Beteiligten." sagte der Vize-Präsident des Bundesamtes für Naturschutzes (BfN), Rudolf Ley.

Das Projekt Ahr 2000, das vom Bundesamt für Naturschutz fachlich betreut wird, läuft seit 1993. Insgesamt wurden rund 7 Mio. Euro für das Projekt bereitgestellt; davon 5 Mio. Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums. Der Kreis Euskirchen ist mit ca. 750.000 Euro und das Land NRW mit rund 1 Mio. Euro an den Gesamtkosten beteiligt.

Im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel zwischen Blankenheim und der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz liegt das ca. 130 km² große Wassereinzugsgebiet der oberen Ahr. Die obere Ahr und ihre Nebenbäche zeichnen sich durch ein hohes Maß an Naturnähe, eine gute Fließgewässerdynamik und hohe Gewässergüte aus. In den Gewässern leben für diese Region typische Fischlebensgemeinschaften. In ihren Uferzonen brüten Vogelarten wie Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze. In einigen Bächen konnte sogar der bundesweit stark gefährdete Edelkrebs wieder angesiedelt werden. Das Gebiet zeichnet sich durch eine außerordentliche Vielfalt an Lebensräumen und Arten, wie der "Blauschillernde Feuerfalter”, eine seltene Schmetterlingsart oder die Orchideen "Kleines Knabenkraut” und "Pyramidenorchis” aus. Das alles zusammen verleiht dem Gebiet eine bundesweite Bedeutung für den Naturschutz.

Zur langfristigen Sicherung und Entwicklung dieser Vielfalt wurden im Rahmen des Bundesprojektes in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen durchgeführt - immer in enger Kooperation mit der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft. 575 ha Flächen konnten erworben werden, um eine naturgerechte Entwicklung in den Auen und Fließgewässern zu sichern. Beispielsweise wurden Fichtenaufforstungen in Auwald umgewandelt und in den landwirtschaftlich genutzten Tälern wurden Uferrandstreifen angelegt. In der Ahr wurden Wehre beseitigt, um die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische, Muscheln und Krebse wiederherzustellen.

Im Projekt ist es gelungen, den naturnahen Zustand der Fließgewässer zu sichern und zu optimieren. Durch die Bereitstellung von Uferrandstreifen und den Abbau von Wehren konnte den Fließgewässern wieder Raum für eine eigendynamische Entwicklung gegeben werden. In den mit Fichten aufgeforsteten Tälern wurde eine Entwicklung zurück zu den dort standortheimischen, europaweit bedeutenden Bachauenwäldern initiiert. "Damit leistet das Projekt aber auch einen Beitrag zum naturgerechten Hochwasserschutz", so Ley.

Hintergrund

Das Projekt Ahr 2000 ist eines von 60 Vorhaben, die im Rahmen des Bundesprogramms zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung gefördert wurden bzw. werden. 32 Projekte sind bereits abgeschlossen und 28 Projekte befinden sich derzeit in der Durchführung, weitere in der konkreten Planung.

Das Bundesförderprogramm existiert seit 1979. Es soll dazu beitragen, den hohen Rang großflächiger naturnaher Landschaften national hervorzuheben und international zu dokumentieren, dabei die Bemühungen der Länder auf dem Gebiet des Naturschutzes unterstützen und so die Biodiversität in Deutschland für künftige Generationen erhalten. Es handelt sich dabei um einen der größten Naturschutz-Fördertitel in Deutschland mit einem jährlichen Etat von derzeit 15 Mio. Euro. Insgesamt wurden seit 1979 ca. 300 Mio. Euro Bundesmittel für die Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte bereitgestellt. Betreut werden die Projekte durch das Bundesamt für Naturschutz.

 

Letzte Änderung: 21.05.2004

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