Bundesamt für Naturschutz

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Bildzeitung warnte vor liebestollen Kröten

  • Das Bundesamt für Naturschutz erklärt dazu: "Krötenhochzeit oder: Über den wahren Ursprung des rheinischen Karnevals"

Bonn, 22.02.2001: In der Ausgabe der Bildzeitung vom 14.02.01 wurden die Autofahrer gebeten, auf liebestolle Kröten, Molche und Frösche zu achten. "Wegen milder Witterung und einsetzendem Regen sind die Amphibien drei Wochen früher aus ihrer Winterstarre erwacht und befinden sich auf Liebeswanderschaft zu den Laichgewässern."

Zu dieser Meldung erklärt das Bundesamt für Naturschutz (BfN): In der Tat sind die Hinweise der Zeitung richtig und werden von eigenen Beobachtungen untermauert. Dies habe es auch schon in anderen Jahren gegeben, war das eindeutige Ergebnis der Nachfrage. Allerdings kam bei der Recherche ein weiteres interessantes Ergebnis zu Tage: Der wahre Ursprung des rheinischen Karnevals!

Mehrjährige Untersuchungen des Fachgebietes für biologische Jeckenforschung und ökologischen Kamellen-Anbau im BfN belegen eindeutig, dass die bisherigen Theorien über den Ursprung des rheinischen Karnevals nicht länger aufrecht zu erhalten sind. Der Bericht, den zehn interdisziplinär arbeitende Naturwissenschaftler der renommierten Bonner Denkfabrik heute vorlegten, läßt nach BfN-Sitzungspräsident, Hardy Vogtmann, nur eine Schlußfolgerung zu: "Dat hät sich de Rheinländer von Molsch und Unk´ awjelurt". Auch wenn, so Vogtmann weiter, es durchaus augenfällige Unterschiede zwischen einem grazilen Funkenmariechen und einem drallen Knoblauchkröten-Weibchen gäbe, ließen sich die vielen Parallelen nicht von der Hand weisen.

Die Überzeugung der Besonders fröhlichen Naturschützer (BfN): Rheinische Ureinwohner hätten schon vor Jahrtausenden erkannt, dass durch das milde Klima in der Kölner Bucht das Lurch-Treiben zeitig im Jahr beginnt. Angeregt durch die wundersame Verwandlung schrumpeliger Teich- und Kammolche, die sich nach der Winterruhe für kurze Zeit in buntschillernde Minidrachen entwickeln, hat sich über Jahrhunderte die Kultur des Kostümierens entwickelt, die heute für wenige Tage aus graugesichtigen Behördenvertretern begehrenswerte Karnevalsprinzen macht. Von zentraler Bedeutung war zudem die Beobachtung, dass sich hopsende Spring- und Grasfrösche bei der Laichwanderung massenhaft auf Wegen und Straßen versammelten. Was Amphibienforscher Anfang des letzten Jahrhunderts mit "einen Zoch bilden" beschrieben, spiegelt sich heute landauf landab in ausgelassenen Straßenumzügen wider. Nach Ansicht des Forscherteams findet auch die Stimulation der Lurche durch große Flüssigkeitsmengen seine Entsprechung im rheinländischen Treiben. Allerdings müssen weitere Untersuchungen erst noch zeigen, ob das Wort "Kölsch" tatsächlich eine lautmalerische Ableitung des Paarungsrufs der Geburtshelferkröte darstellt. Einige - fachlich allerdings isolierte - BfN-Mitarbeiter vertreten sogar die Auffassung, dass unziemliches Verhalten einzelner Karnevalsmachos sein Vorbild im ungebremsten Geschlechtstrieb von Erdkrötenmännchen hat, deren überbordender Hormonspiegel selbst vor Karpfen und Gummistiefeln nicht haltmacht.

"Wir haben eine Fülle überzeugender Indizien zusammengetragen," resümiert Vogtmann, "Das wird die Karnevalsforschung revolutionieren. Lediglich für Weiberfastnacht finden wir kein Vorbild in der Natur," räumt der BfN-Präsident ein, "aber das hatten wir schon befürchtet....."

BfN = Busy for Nature

Letzte Änderung: 22.02.2001

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