Mimikry und Mimese - wir tarnen uns!
Hier geht es um das Verstecken. Aber nicht das Spiel und der Spaß stehen im Vordergrund, sondern das Überleben. Lernt die wahren Meister der Tarnung im Tierreich kennen. Keines dieser Tiere tarnt sich zum Spaß. Sie alle tun dies, um unerkannt zu bleiben oder als gefährlich zu gelten. Wie die Tiere das machen, erfahrt ihr im Text.
Mimese
Unter Mimese versteht man die Eigenschaft, dass sich Lebewesen in ihrem Aussehen, ihrem Verhalten und ihrer Farbe ihrem Lebensraum angepasst haben. Im Gegensatz zur Mimikry ist die Mimese eine Tarntracht und keine Warntracht. Mit Hilfe dieser Eigenschaft sind die Lebewesen in ihrem Lebensraum nur sehr schwer zu erkennen. Fressfeinde haben es also sehr schwer die Tiere aufzuspüren. Meist entdecken sie sie erst gar nicht. Es gibt drei verschiedene Arten der Mimese:
Die erste ist die Allomimese: bei ihr nehmen Lebewesen die Gestalt von unbelebten Gegenständen an, zum Beispiel die von Steinen.
Die zweite ist die Phytomimese: sie besagt, dass Lebewesen die Gestalt von Pflanzen annehmen.
Die letzte Mimeseart ist die Zoomimese: dort nehmen Lebewesen die Gestalt anderer Tiere an, um zum Beispiel unerkannt unter ihnen leben zu können.
Mimikry
Mimikry ist eine Warntracht, bei der Lebewesen einer bestimmten Art andere Lebewesen in ihrem Aussehen imitieren. So sehen harmlose Tiere oft aus, als wären sie Artverwandte ihrer giftigen Vorbilder. Tiere, die sich der Mimikry-Tarnung bedienen, sind meist allerdings nicht gefährlich. So auch die Wespenschwebfliege, welche auch auf dem Bild zu sehen ist. Sie tarnt sich, damit sie für ihre Feinde gefährlich aussieht und überlebt so.
Mimikry-Lebewesen, die ihre Tarnung noch nicht perfektioniert haben, werden oft Opfer von ihren Feinden, somit überleben meist nur die, die ihre Tarnung perfektioniert haben. Dies führt dazu, dass die Tarnung dieser Lebewesen immer besser werden muss, da auch deren Feinde oder Opfer immer besser erkennen, ob es sich nun um eine Tarnung handelt oder nicht. Dieses wechselseitige Anpassung nennt man Ko-Evolution.
Aber Mimikry dient nicht nur als Warnung, sondern kann auch dazu dienen, Opfer zu täuschen. Blüten einiger Blumen zum Beispiel sehen aus, als wären sie weibliche Käfer und verbreiten auch einen solchen Duft. Damit locken sie die männlichen Käfer an und fressen diese dann.
Die Orchidee, die du auf einem der Bilder sehen kannst, nutzt auch die Mimikrytechnik. Ihr Blüte ahmt Insektenweibchen nach. Dies führt dazu, dass die Männchen zu ihr kommen und somit ihre Pollen weitergetragen werden.
Es gibt sogar Pflanzen, die auf ihren Blättern kleinste Bläschen wachsen lassen. Diese sehen so aus, als seien sie Schmetterlingseier. Schmetterlinge legen daraufhin ihre Eier nicht mehr auf diesen Blättern ab. Dadurch wird die Pflanze auch nicht von den gefräßigen Raupen des Schmetterlings geschädigt.
Weißt du wer sich hier versteckt?
Im ersten Bild versteckt sich ein Chamäleon. Das Besondere an Chamäleons ist ihr Farbwechsel. Dieser dient in erster Linie nicht als Tarnung, sondern zur Kommunikation mit Artgenossen. Die Färbung hängt von Faktoren wie Licht, Tageszeit, Luftfeuchtigkeit oder Temperatur ab. Um den Weibchen zu imponieren färben sich die Männchen besonders während der Balz mit auffälligen Farben und Mustern. Je älter ein Chamäleon wird, um so blasser wird auch die Farbe. Um die Farbe zu wechseln, bewegen die Tiere kleinste Muskeln, die die Farbpigmente freilegen oder überdecken können. Die Farbpigmente befinden sich in Hautzellenschichten unter der Oberhaut. Jede einzelne Schicht ist für verschiedene Farben und Farbzustände verantwortlich. Die oberste Schicht enthält gelbe und rötliche Farbtöne. In der Zellschicht darunter befinden sich schwarze Pigmente. Die unterste Zellschicht hat eine besondere Funktion, sie kann das einfallende Sonnen- licht brechen und damit die Farbe blau erzeugen.
Hast du erkannt, wer sich im zweiten Bild versteckt? Hier hat sich ein Tintenfisch im Meeresboden vergraben. Um sich zu tarnen, können die Tiere ihre Hautfarbe verändern und sich so dem Untergrund besser anpassen. So fällt er zwischen den vielen Steinchen und Muscheln gar nicht auf. Gut getarnt legt er sich auf die Lauer und wartet auf Beute. Wusstest du, dass Tintenfische mit den Schnecken und Muscheln verwand sind? Sie be- sitzen kein Skelett. Aber warum heißt der Tintenfisch eigentlich Tintenfisch? Bei Gefahr stößt der Tintenfisch ein blaues Sekret aus, was wie Tinte aussieht. Das Wasser ist dann für kurze Zeit trübt. Diese Zeit nutzt der Tintenfisch um vor seinem Feind zu fliehen.
Im dritten Bild versteckt sich eine Gespenstschrecke. Sie gehört zu den pflanzenfressenden Insekten. Durch ihre Körperform, die an Pflanzenteile erinnert, ist sie in Bäumen und Sträuchern vor Fressfeinden gut geschützt. Die sogenannten „Wandelnden Blätter“ haben eine Körperform, die einem Blatt ähnelt. Die Stabschrecken sind hingegen sehr dünn und ähneln einem kleinen Zweig. Ihr Körper ist sogar oft mit Stacheln und Dornen bedeckt und ist meist grün oder braun gefärbt.

















