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Ökosystemleistungen und ökonomischer Wert von Natur und Landschaft


Fischer, der Fische aus seinem kleinen Boot auf ein Förderband schaufelt (Bildautorin: B. Engels)

Naturschutz sichert über die Erhaltung der biologischen Vielfalt hinaus eine Vielzahl weiterer Funktionen für den Menschen, u. a. Erholung in naturnahen Landschaften, Klimagasminderung, z. B. durch Moorrenaturierung und
 Grünlandschutz, Hochwasserschutz durch naturnahe  Auen, Erosionsschutz durch Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft, Bestäubungsleistungen, Grundwasserschutz durch naturnahe  Grünlandbewirtschaftung, Bodenschutz durch ökologischen Landbau, Luftreinhaltung und Klimaausgleich durch Stadtgrün etc.

Zu diesen sogenannten Ökosystemleistungen gehören auch Produktionsleistungen, wie etwa das Heu artenreicher Wiesen oder Produkte, die der Natur direkt entnommen werden, wie z. B. Pilze, Beeren und Kräuter oder der Fang von Anglern.

Ökosystemleistungen naturnaher aber auch intensiv genutzter Ökosysteme und Landschaften können nach dem  Millenium Ecosystem Assessment unterteilt werden in Versorgungsleistungen, Regulierungsleistungen (Hochwasser- und Erosionsschutz u. ä.) und kulturelle Leistungen (Erholung, Landschaftsästhetik, Identifikation, ethische Bedeutung). Funktionen, die die Grundlage zur Bereitstellung der genannten Leistungen darstellen, wie z. B. der Wasserkreislauf oder die Photosynthese, werden als "unterstützende Leistungen" (supporting services) bezeichnet.


Ökosystemleistungen umfassen Basisleistungen (wie z. B. Nährstoffkreislauf, Bodenbildung, Primärproduktion), Versorgungsleistungen (wie z. B. Nahrung, Trinkwasser, Holz und Fasern, Brennstoffe), Regulierungsleistungen (wie z. B. Klimaregulierung, Hochwasserregulierung, Krankheitenregulierung, Wasserreinigung), und kulturelle Leistungen (wie z. B. Ästhetik, Spiritualität, Bildung, Erholung)

Abbildung 1 zeigt Beispiele verschiedener Ökosystemleistungen (Quelle: übersetzt und verändert nach  Millennium Ecosystem Assessment 2005. Ecosystems and Human Well-Being: Synthesis)


Eine Vielzahl dieser Leistungen lässt sich mit geeigneten Methoden auch monetär bewerten. Dies ermöglicht es, die Nutzen, z. B. einer Auenrenaturierung, direkt mit deren Kosten im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse zu vergleichen. Das vorherrschende Konzept für die monetäre Bewertung von naturnahen Landschaften oder Ökosystemen ist das Konzept des ökonomischen Gesamtwertes ("Total Economic Value"). Neben direkten und indirekten Gebrauchswerten werden hierbei auch Nicht-Gebrauchswerte erfasst, z. B. die Bedeutung des Erhalts von Arten als "Wert an sich". Zur Erfassung der Nicht-Gebrauchswerte werden verschiedene Formen der Zahlungsbereitschaftsanalyse eingesetzt.

Viele Studien zeigen in ihren Ergebnissen, dass die sogenannten Nicht-Gebrauchswerte naturnaher Biotope häufig höher sind als die Gebrauchswerte.

Weiter zu: 
 Ökonomischer Gesamtwert (Total Economic Value)
 Bewertungsmethoden
 Studienergebnisse

Weitere Informationen

Der Nutzen von Ökonomie und Ökosystemleistungen für die Naturschutzpraxis.
Workshop I: Einführung und Grundlagen.  BfN-Skripten 318.
Workshop II: Gewässer, Auen und Moore.  BfN-Skripten 319.
Workshop III: Wälder.  BfN-Skripten 334.

 

Naturkapital Deutschland - TEEB DE (2012): Der Wert der Natur für Wirtschaft und Gesellschaft -  Eine Einführung.

 

TEEB (2010). Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität: Die ökonomische Bedeutung der Natur in Entscheidungsprozesse integrieren.  Ansatz, Schlussfolgerungen und Empfehlungen von TEEB – eine Synthese.

 

Alle TEEB-Berichte (2008, 2009, 2010)  im Internetangebot des BMU

Linktipps

Naturkapital Deutschland
- TEEB DE
Zur Weiterentwicklung einer Erfassung und Bewertung der Leistungen von Ökosystemen und Biodiversität für Wirtschaft und Gesellschaft hat das BfN das  Kompetenzzentrum "Naturkapital Deutschland" eingerichtet.
Eine wesentliche Aufgabe ist die fachliche Betreuung der  Studie "Naturkapital Deutschland - TEEB DE" als nationale Umsetzung der internationalen TEEB-Studie.

  

Im Jahr 2005 erschien das  Millennium Ecosystem Assessment, eine Studie der Vereinten Nationen, die einen systematischen Überblick über den Zustand von 24 wichtigen Ökosystemdienstleistungen bietet.

 

Einführung in die Bewertung von Ökosystemleistungen für Nicht-Ökonomen (englisch)
 zu Ecosystem Valuation

 


Letzte Änderung: 11.03.2013

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