Bundesamt für Naturschutz

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Monitoring und Indikatoren für den Naturschutz

Aktuell

Umweltbeobachtungskonferenz 2014 am 21. und 22. Oktober 2014 in Bern

„Macht und Ohnmacht der Daten – Umweltbeobachtung für Politik, Öffentlichkeit und Verwaltung“ – unter diesem Titel laden das Schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Umweltrat für Europa (EOBC) ein zur fünften Umweltbeobachtungskonferenz. Die Umweltbeobachtungskonferenz dient dem Erfahrungsaustausch und der Verbesserung der Umweltbeobachtung in Europa.

 Einladung zur Umweltbeobachtungskonferenz 2014 (pdf-Datei, 34 KB)

 Anmeldung zur Umweltbeobachtungskonferenz 

Monitoring für Naturschutz

Wie geht es der Feldlerche? Leben wieder Wolfsrudel in Deutschland? Sind die Buchenwälder intakt? Wie beeinflussen Agrarsubventionen die Vielfalt an Pflanzenarten? Welche Auswirkungen entwickelt Genraps auf Natur und Umwelt?

 

Blühendes Rapsfeld

Foto: Hanka Teichmann

Wasservögel auf einem See

Foto: M. Sommerfeld

Eiche-Habitatbaum

Foto: Klaus Weddeling


Die Beantwortung solcher Fragen setzt voraus, dass aktuelle und wissenschaftlich belastbare Informationen vorliegen und allgemein verständlich aufgearbeitet werden. Im  Bundesnaturschutzgesetz (§ 6 BNatSchG) ist die Beobachtung von Natur und Landschaft als Aufgabe von Bund und Ländern verankert. In Absatz 2 wird formuliert: „Die Beobachtung dient der gezielten und fortlaufenden Ermittlung, Beschreibung und Bewertung des Zustands von Natur und Landschaft und ihrer Veränderungen einschließlich der Ursachen und Folgen dieser Veränderungen“.

Verpflichtungen ergeben sich zudem aus verschiedenen EU-Richtlinien (wie der  Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und der  Vogelschutz-Richtlinie) und internationalen Konventionen (wie dem  Übereinkommen über den Erhalt der Biologischen Vielfalt). Aufgabe der Umwelbeobachtung ist es, zielgerichtet den Informationsbedarf für den effektiven Schutz von Natur und Landschaft zu decken und dafür jeweils aktuelle Daten bereitzustellen.

Das naturschutzbezogene Monitoring wird thematisch in das Monitoring der „Normallandschaft“ und das Monitoring naturschutzfachlich wertvoller Bereiche gegliedert. Außerdem werden die Beobachtungsobjekte Arten, Biotope und Landschaften unterschieden.

Die Ergebnisse des Monitorings werden je nach Fragestellung zu verdichteten Informationen in Form von Indikatoren aufbereitet, welche in Behörden und Politik als Entscheidungsgrundlagen verwendet werden können (z. B. Indikatoren für die  Nationale Nachhaltigkeitsstrategie und für den  ELER Strategieplan). In der  Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (pdf-Datei, 4,5 MB), die am 7. November 2007 von der Bundesregierung verabschiedet wurde, sind 19 Indikatoren zur Erfolgskontrolle in Bezug auf die Ziele der Strategie enthalten. Ende 2010 wurde ein erster  Bericht über die Entwicklung der Indikatoren (pdf-Datei, 3,5 MB) von der Bundesregierung vorgelegt. Hierin wird z. B. mit dem  Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ anhand der bundesweiten Bestandsentwicklungen von ca. 59 repräsentativen Vogelarten die Entwicklung der Lebensraumqualität wiedergegeben. Die Bundesregierung infomiert in regelmäßig erscheinenden Indikatorenberichten über die Entwicklungen und den Grad der Zielerreichung.

 

Karte der Stichprobenflächen für das Vogelmonitoring

Stichprobenflächen für das Vogelmonitoring

Erfassung von Vegetationsveränderungen

Foto: Christina Hünig

Erhebung der Brutvögel auf einer Stichprobenfläche

Erhebung der Brutvögel auf einer Stichprobenfläche

Im Bundesamt für Naturschutz werden derzeit folgende konkrete Monitoring- und Indikatorenthemen bearbeitet. Zudem werden die Floren- und Vegetationskartierungen in Deutschland koordiniert.

 zur Florenkartierung

 zur Vegetationskartierung

Das bundesweite Vogelmonitoring wird vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) koordiniert und im wesentlichen durch ehrenamtlicher KartiererInnen getragen. Es wird vom Bund und den Ländern langfristig gefördert und für Naturschutzaufgaben genutzt. Inhaltlich ist es in drei Module untergliedert: Monitoring häufiger Brutvögel, Monitoring seltener Brutvögel und Monitoring rastender Wasservögel. Am BfN wird das Monitoring fachlich unterstützt und koordiniert sowie die Ergebnisse ausgewertet und für die Beratung verarbeitet und bereit gestellt.

 zum Vogelmonitoring

Bericht nach Vogelschutzrichtlinie

Nach der EU-Vogelschutzrichtlinie (RL 2009/147/EG) müssen die Mitgliedstaaten regelmäßig an die Europäische Kommission berichten, seit Mitte 2011 werden hierbei Informationen zu Bestandsgrößen, Trends, Verbreitung, Gefährdungen und Maßnahmen abgefragt. Deutschland hat der EU seinen nationalen Bericht nach den geänderten Vorgaben erstmalig im Dezember 2013 übermittelt.

Für die Berichterstellung wurde auf die Daten aus dem bundesweiten Vogelmonitoring, auf Länderdaten und Informationen des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten zurückgegriffen.

 zum Bericht nach Vogelschutzrichtlinie

Die auf europäischer Ebene geltende Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Überwachung des Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen und Arten von europäischem Interesse (Monitoring). Für die Durchführung der Erhebungen sind die Bundesländer zuständig. Am BfN wurde – in Kooperation mit den Landesämtern – für Arten und Lebensraumtypen, die in mehreren Bundesländern vorkommen, eine einheitliche Methode zur Erfassung und Bewertung der FFH-Schutzgüter erarbeitet und bundesweit abgestimmt.

 zum Monitoring nach FFH-Richtlinie

Das „GVO-Monitoring“ (Monitoring der Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Organismen) dient der Ermittlung von Wirkungen auf Natur und Umwelt z.B. durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen.Nach der EU-Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EG ist das Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in die Umwelt (kommerzieller Anbau) obligatorisch mit einem Monitoring verbunden. Damit sollen Wirkungen von GVO auf Mensch und Umwelt frühzeitig erkannt werden um mit Gegenmaßnahmen reagieren zu können. Zudem besteht dadurch die Möglichkeit, die aktuelle Sicherheitsbewertung der GVO zu überprüfen. Am BfN werden Konzepte und Methoden zur Aufdeckung möglicher Wirkungen erarbeitet, die Möglichkeit der Nutzung vorhandener Monitoringprogramme für das GVO-Monitoring geprüft und die Standardisierung der Methoden auf nationaler und europäischer Ebene in Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vorangebracht. Zudem ist das BfN als Vollzugsbehörde in die Bewertung der Monitoringpläne und –berichte eingebunden.

 zum GVO-Monitoring

Monitoring von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert

Im Rahmen der Evaluierung der Ländlichen Ent­wicklungsprogramme auf EU-Ebene sind die Bundesländer verpflichtet den Basisindikator „High-nature-value-farmland“ regelmäßig zu bilanzieren und zu berichten. Auch auf Bundesebene muss dieser Indikator im Rahmen der Berichtspflichten für den Nationalen Strategieplan alle 2 Jahre gemeldet werden. Hierfür wurde 2009 erstmals in einer Piloterfassung auf mehr als 800 zufällig gezogenen, repräsentativen Stichprobenflächen in Deutschland der Umfang naturschutzfachlich wertvollen Agrarlandes in einer Schnellansprache mittels Kennartenliste ermittelt und in drei Qualitätsstufen differenziert bilanziert.

 High Nature Value Farmland-Indikator - Ein Indikator für Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert in Deutschland

Indikatoren für den Naturschutz bilanzieren in komprimierter Weise Entwicklungen in Natur und Landschaft sowie biodiversitätsrelevante Einflüsse und Maßnahmen (s.  Definition „Indikatoren für den Naturschutz“). Sie dienen einer anschaulichen Darstellung von Entwicklungen für die Politikberatung sowie der Information der Öffentlichkeit. Solche Indikatoren werden für unterschiedliche Berichte konzipiert. Auch auf EU-Ebene ( SEBI 2010 Prozess) und im Rahmen der  Konvention zur Biologischen Vielfalt (Biodiversity Indicators Partnership) werden Indikatorensets mit solchen hochaggregierten Indikatoren entwickelt.

 zu den Indikatoren für den Naturschutz

 zum Indikator "Artenvielfalt und Landschaftsqualität"

 zum Indikatorenset der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt

 

Letzte Änderung: 11.04.2014

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