Kommunikation und Akzeptanz
Aktuelles
- Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bietet mit seinem neuen Online-Portal „NatGesIS“ Erwachsenen und Kindern die Möglichkeit, sich umfassend über die Zusammenhänge von Naturschutz und Gesundheitsschutz zu informieren. Das Info-Portal „NatGesIS“ ist ab sofort unter
www.natgesis.bfn.de online.
Zielgruppenorientierte Kommunikation
Kommunikation kann nur erfolgreich sein, wenn sie die Einstellungen und Motive der Menschen sowie unterschiedliche Lebensstile und Konsumgewohnheiten berücksichtigt. Dies betrifft sowohl die Inhalte als auch Sprache und Form der Kommunikation.
Eine wissenschaftliche Grundlage zur Generierung von Zielgruppen für die Naturschutzkommunikation bietet beispielsweise die Lebensstilforschung mit den
Sinus-Milieus, die auch in der Nachhaltigkeitskommunikation angewendet werden. Soziale Milieus sind Gruppen von Menschen, die sich in ihrer Lebensauffassung, ihren Wertprioritäten, ihren Verhaltensweisen sowie ihren alltagsästhetischen Stilen und Präferenzen ähnlich sind.
In einer Reihe von F+E-Vorhaben hierzu wurde untersucht, welche Chancen für den Naturschutz gegeben sind, wenn sich dieser differenzierter mit seinen Zielgruppen befasst und seine Kommunikation verbessert. Die Ergebnisse wurden in der Schriftenreihe "Naturschutz und Biologische Vielfalt" publiziert:
- LICHTL, M., ROHR, C. & KASPERSKY, N. (Bearb.) (2009):
Leitmotive für eine moderne Kommunikation zur Biologischen Vielfalt. Naturschutz und Biologische Vielfalt 80. Münster (Landwirtschaftsverlag), 88 S.
- SCHUSTER, K. (2008):
Gesellschaft und Naturschutz. Empirische Grundlagen für eine lebensstilorientierte Naturschutzkommunikation. Naturschutz und Biologische Vielfalt 53. Münster (Landwirtschaftsverlag), 198 S.
Naturschutz und Gesundheitsschutz
Naturschutz und Gesundheitsschutz sind für Kooperationen prädestiniert, denn beiden Handlungsfeldern ist der Ansatz einer ganzheitlichen Betrachtung des Mensch-Natur-Systems gemeinsam. BfN und BMU wollen diese Gemeinsamkeiten für künftige Kommunikationsstrategien verstärkt nutzen und führen hierzu Forschungsvorhaben und Tagungen durch. Die Erstellung des internetgestützten Informationssystems zu Naturschutz und Gesundheitsschutz ist abgeschlossen (
NatGesIS).
Einige Ergebnisse dieser Aktivitäten liegen als Veröffentlichung vor:
- JOB-HOBEN, B. & PÜTSCH, M. (2010): Das internetgestützte Informationsportal Naturschutz und Gesundheit (NatGesIS) im Bundesamt für Naturschutz. In:
Umweltinformationssysteme. Datenanforderungen und Informationsgewinnung zum Themenbereich Umwelt und Gesundheit. Umweltbundesamt, Texte 57/2010, S.31 - 38.
- HORNBERG, C., CLAßEN, T., BREI, B. & TOBOLLIK, M. (Bearb.) (2010):
Konferenzdokumentation Naturschutz und Gesundheit - Allianzen für mehr Lebensqualität (26.5 - 27.5. 2009 im LVR-Landesmuseum Bonn)
- ERDMANN, K.-H., EILERS, S., JOB-HOBEN, B., WIERSBINSKI, N. & DEICKERT, S. (Bearb.) (2008):
Naturschutz und Gesundheitsschutz: Eine Partnerschaft für mehr Lebensqualität. Naturschutz und Biologische Vielfalt 65. Münster (Landwirtschaftsverlag), 266 S.
- CLASSEN, T., KISTEMANN, T. & SCHILLHORN, K. (2005):
Naturschutz und Gesundheitsschutz. Identifikation gemeinsamer Handlungsfelder. Naturschutz und Biologische Vielfalt 23. Münster (Landwirtschaftsverlag), 288 S.
- "Naturschutz und Gesundheitsschutz - dargestellt am Beispiel des Trinkwasserschutzes: eine Studie im Einzugsgebiet der Kalltalsperre/Nordeifel"
BfN-Skripten 93, 2003, pdf-Datei, zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
Naturschutz in der ökonomischen Diskussion
In Zeiten wirtschaftlicher Stagnation und hoher Arbeitslosigkeit wird der Naturschutz oft als "Jobverhinderer" und "Wachstumsbremse" bezeichnet. Auch wenn Naturschutz nicht allein in Zahlen ausdrückbar ist und seine Zielsetzungen weit darüber hinausgehen, so gibt es dennoch vielfältige Beispiele, in denen Naturschutzmaßnahmen sozioökonomischen Mehrwert generieren und damit die Akzeptanz für Naturschutz in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erhöhen
(
Naturschutzökonomie). Eine vom Bundesamt für Naturschutz 2005 in Auftrag gegebene Studie hat entsprechende Argumente zusammengetragen.
- "Natur ist Mehr-Wert"
BfN-Skripten 154, 2005, pdf-Datei
Zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
- Faltblatt "Natur ist Mehr-Wert"
Zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
In einer 2009 veröffentlichten Studie wurde biologische Vielfalt als Wirtschaftsfaktor betrachtet und in der Kerngröße des monetären Gegenwertes bemessen. Die Publikation der Ergebnisse dieser Kosten-Nutzen-Rechnung ist online abrufbar:
- JESSEL, B., TSCHIMPKE, O. & WALSER, M. (2009):
Produktivkraft Natur. Hamburg (Hoffmann und Campe), 155 S.
Naturschutz in der politischen Diskussion
Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Spielräume staatlichen Handelns sind enger geworden und auch die Naturschutzverwaltungen in Deutschland stehen unter erheblichem Druck: Während die für den Naturschutzvollzug in Deutschland zuständigen Verwaltungen auf Landes-, Kreis- oder kommunaler Ebene immer neue Aufgaben übertragen bekommen, stagniert oder schrumpft zugleich die Personal- und Finanzausstattung dieser Behörden. Bei der Analyse dieser Entwicklungen ist festzustellen, dass die besonderen Bedingungen im föderalen Deutschland den Überblick über die Zuschnitte und die gewählten Organisationsformen der einzelnen Naturschutzverwaltungen erschweren.
Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurden die Konsequenzen sich verändernder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen (Modernisierung der Verwaltung, Privatisierung, etc.) für den Naturschutz untersucht und in der Schriftenreihe des BfN publiziert.
- BENZ A., KOCH, H.-J., SUCK, A. & FIZEK, A. (2008):
Verwaltungshandeln im Naturschutz. Herausforderungen und Folgen veränderter Rahmenbedingungen. Naturschutz und Biologische Vielfalt 66. Münster (Landwirtschaftsverlag), 165 S.
- Sondergutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen aus dem Jahr 2007 zu den Auswirkungen der Modernisierung der Verwaltungsorganisation und von Verwaltungsverfahren im Umweltschutz:
Umweltverwaltungen unter Reformdruck: Herausforderungen, Strategien, Perspektiven“.
Handlungsstrategien
Erfolgreiches Handeln im Naturschutz setzt Kenntnisse über Erfolg versprechende Handlungsstrategien voraus. Insbesondere bei der Planung und Umsetzung von kooperativen Naturschutzprojekten können Checklisten und das Wissen über beispielhafte Erfolgsfaktoren hilfreich sein.
In einem Forschungsvorhaben hierzu wurde untersucht, wie die Akzeptanz von Schutzgebieten erhöht werden kann. Die Ergebnisse wurden in der BfN-Skriptenreihe veröffentlicht:
- "Steigerung der Akzeptanz von FFH-Gebieten"
BfN-Skripten 144, 2005, pdf-Datei
Zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
- "FFH - Schlüssel zur Kooperation oder Motor von Konflikten?"
BfN-Skripten 159, 2005, pdf-Datei
Zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
Das BfN hat zudem in seiner Schriftenreihe zwei weitere Publikationen zu erfolgreichen Handlungsstrategien im Naturschutz vorgelegt:
- BREITSCHUH, U. & FEIGE, I. (2003):
Projektmanagement im Naturschutz - Leitfaden für kooperative Naturschutzprojekte. Münster (Landwirtschaftsverlag), 220 S.
- BRENDLE, U.(1999):
Musterlösungen im Naturschutz - Politische Bausteine für erfolgreiches Handeln. Münster (Landwirtschaftsverlag) 262 S.
Akzeptanz

Gesellschaftliche Akzeptanz von Konzepten, Instrumenten und Maßnahmen des Naturschutzes hängt in hohem Maße davon ab, wie diese in der Öffentlichkeit positioniert und kommuniziert werden. Alle Akteure des Naturschutzes aus Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft sind heute dafür sensibilisiert, wie der Naturschutz in der Öffentlichkeit argumentiert und wahrgenommen wird.
Das Bundesamt für Naturschutz hat zum Themenfeld Kommunikation und Akzeptanz eine Reihe von Tagungen durchgeführt, deren Ergebnisse in zwei BfN-Skripten veröffentlicht sind:
- "Darstellung des Naturschutzes in der Öffentlichkeit"
BfN-Skripten 20, 2000, zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
- "Zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Naturschutzmaßnahmen"
BfN-Skripten 2, 1998, zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
Mitmachaktionen/Wettbewerbe

Das BfN fördert im Rahmen der jährlichen Verbändeförderung zahlreiche Aktionen und Wettbewerbe, in denen sich Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene aktiv mit Naturschutzthemen beschäftigen und engagieren können.
Weitere Informationen zur Verbändeförderung finden sie
hier.
Im Rahmen des Naturathlon 2006 wurde ein Handbuch erstellt, das Ideen für einen Spieleparcours zum Thema Naturschutz präsentiert und Anregungen für ihre Umsetzung gibt.
- "Natur - Information - Spaß - Erleben. Ideenhandbuch für die Naturschutzkommunikation."
BfN-Skripten 197, 2007, zu bestellen bei
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de

